• Vorher-Nachher-Show: Die Einladung zum Festakt und ein Stück original Freigabe-Flatterband

    Großer Bahnhof auf der neuen, aber noch gesperrten A8, Stau durch Schaulustige auf der Baustellentrasse: So könnte man den Festakt rund um die Freigabe des letzten Autobahnabschnitts zwischen Heimsheim und Pforzheim-Süd umschreiben. Viel Prominenz war gekommen, um sich ein Stück von dem schwarz-rotgoldenen Flatterband zu ergattern, das medienwirksam durchschnitten wurde. Mittendrin Landesverkehrsminister Hermann, der neben seinem Lieblingsthema Stuttgart 21 mit der Streckenfreigabe nun auch einmal konstruktiv in seinem Ressort tätig wurde. Doch ohne Wasser im Wein ging es auch bei diesem Auftritt des höchsten Verkehrsplaners im Ländle nicht: So durfte die Festversammlung wieder einmal erfahren, dass der Schienenverkehr Hermanns bevorzugter Verkehrsträger ist und im Straßenbau allenfalls Ausbau und Sanierung, nicht jedoch der Neubau von Maßnahmen mit ihm zu machen sein wird. OB-Kollege Hager, der ebenfalls anwesend war, vernahm es mit süß-säuerlicher Miene. Mit dieser ministeriellen Haltung ist der Weiterbau der Westtangente um Pforzheim mehr als fraglich. Interessant wird auch sein, ob der vom Regierungspräsidium Karlsruhe angekündigte, durchgeplante und vermessene Umbau der Diebkreuzung kommt oder ebenfalls der neuen Marschrichtung im grün geführten Stuttgarter Verkehrsressort zum Opfer fällt.

    "Jeder bekommt ein Stück": Freigabe-Akt mit Landesverkehrsminister Hermann (3. v. r.)

    Nun ist sie also weitest gehend fertig, „unsere Autobahn“, wie ein Friolzheimer Mitbürger heute süffisant vor Ort bemerkte. Vorbei sind damit rund drei Jahre Dreck, Lärm, Ärger und viele Diskussionen um Lärmschutz, Entässerung und Verschmutzungen, Knasttrassen und Basta-Entscheidungen des RP-Spitze. Ganz erledigt sind die Arbeiten aber noch nicht, wie Martin Schreckenberger, Bauleiter des RP beim abschließenden geselligen Beisammensein in der Friolzheimer Festhalle bemerkte: „Wir bleiben Ihnen noch eine ganze Weile erhalten!“ Noch wird an der Kreisstraße nach Wimsheim gearbeitet, müssen Restarbeiten erledigt werden und im Frühjahr werden dann – endlich – die Ortsdurchfahrten von Friolzheim und Heimsheim saniert.

    An besagtem geselligen Teil, zu dem das Regierungspräsidium geladen hatte, fanden sich allerdings nur rund 50 Bürgerinnen und Bürger ein. Höhepunkt aus meiner Sicht war dabei das Zusammentreffen von Verkehrsminister Hermann und unseren Bauhofmitarbeitern, die bei der Bestuhlung der Festhalle tatkräftig mithalfen. Minister Hermann unterhielt sich angeregt mit unserem Wassermeister Herr Engler. Als Hermann schließlich zu seinem Sitzplatz weitergegangen war, schaute der mich an und fragte: „Wer war denn dieser Mann?“

    Dieser Artikel wurde am 17. Oktober 2011 um 21:11 Uhr verfasst und gelistet unter Allgemeines. Sie können alle Kommentare über den RSS Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Website setzen.
  • 3 Kommentare

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    1. Stefan
      Okt 18th

      „An besagtem geselligen Teil, zu dem das Regierungspräsidium geladen hatte, fanden sich allerdings nur rund 50 Bürgerinnen und Bürger ein.“

      Warum sollten man sich sowas auch antun? Die Politik lässt sich feiern und damit mein ich auch Sie, denn Sie stehen gerne im Rampenlicht, als ob sie irgendetwas zum AB beigetragen hätten.
      Die AB war längst überfällig. Zu Feiern gibt es hier nichts.

    2. Okt 18th

      Sehr geehrter Stefan (komisch, die Leut´ haben heutzutage keine Nachnamen mehr!),

      warum denn diese Präpotenz in Ihrem Kommentar zu einem eigentlich positiven Thema für Friolzheim und alle Autofahrer? Meine Aussage zu der Besucherzahl in der Festhalle war lediglich eine Feststellung. Sofern Sie zudem die Berichterstattung zur Freigabe gelesen haben, taucht meine Person allenfalls – zusammen mit meinen Bürgermeisterkollegen aus dem Heckengäu – am Rande auf. Gefeiert haben sich gestern andere! Und wenn schließlich der Landesverkehrsminister, der Regierungspräsident und mehrere Landtagsabgeordnete in der Friolzheimer Festhalle sitzen, dann ist die Anwesenheit des örtlichen Bürgermeisters eher geschuldete Höflichkeit denn Aufmerksamkeitshascherei! Ich hätte weiß Gott auch anderes mit dieser Zeit anfangen können!

      Nicht zuletzt: Hätten Sie vor der Verfassung Ihres Kommentars einmal die letzten drei Jahre Baustellendreck und -lärm, den annähernd täglichen Ärger mit Baufirma und Bauleitung, die Hunderte Anrufe erboster Haus- und Fahrzeugbesitzer sowie die unzähligen Stunden, die unsere MitarbeiterInnen und ich in Projektbesprechungen verbracht haben und uns mit dem RP über vermeintlich unwichtige Themen der Entwässerung, dem Lärmschutz und den Bürgerklagen herumgestritten haben, einmal Revue passieren lassen, würden Sie Ihre Worte wohl sorgsamer gesetzt haben!

      So sieht Ihr Kommentar eher nach der heutzutage allzu beliebten Politikerschelte aus – schade!

    3. Okt 24th

      Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

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