• Nur noch wenige Tage, dann ist auch das Jahr 2011 Geschichte. 365 Tage unterwegs für unsere Gemeinde, viele Kontakte und Gespräche, gute Entscheidungen im Gemeinderat, zwei Sternstunden der besonderen Art und viel Arbeit. Aber der Reihe nach…

    Begonnen hat dieses Jahr melodisch und sehr harmonisch mit dem großen Neujahresempfang des Liederkranzes aus Anlass des 150jährigen Bestehens. Ein gelungener Jahresauftakt, der Appetit auf mehr gemacht hat! Zuammen mit dem Kulturkreis Friolzheim gibt es bereits Überlegungen für eine regelmäßige Veranstaltung in dieser Form.

    Im März, mit Beginn des Frühjahrs, finden in Friolzheim traditionell die meisten Jahreshauptversammlungen unserer Vereine statt. Bei meinen Besuchen dort konnte ich feststellen, dass diese finanziell meist in gesichertem Fahrwasser unterwegs sind. Probleme haben jedoch fast alle, wenn es um die Gewinnung von Nachwuchs geht und damit verbunden, auch bei den vielfältigen Herausforderung im ehrenamtlichen Bereich, sprich die ganz normale Vereins-Alltagsarbeit. Von den etwas älteren Semestern hört man dabei oft, man habe nun genug für den Verein getan, nun müssten auch einmal Jüngere ran. Grundsätzlich richtig, doch was tun, wenn die Jungen fehlen? Vielleicht müssen es dann doch ab und an die „Alten“ richten. Zudem muss das Ehrenamt attraktiver werden – ich bin dran…

    Der März des Jahres 2011 war aber auch ein Monat der Zeitenwende in unserem Ländle: nach fast 60 Jahren wurde die CDU-geführte Landesregierung durch ein grün-rotes Bündnis abgelöst. Zuviel, eigentlich ausschließlich wurde seitdem um den Stuttgarter Bahnhof gestritten, zu wenig vor allem für die Gemeinden und die Menschen im Land gearbeitet. Meine Skepsis ist daher noch sehr groß – Steuererhöhungen in Zeiten guter Konjunktur, das Versprechen, unsere Ortsdurchfahrt zu sanieren, immer noch nicht sicher und auch der versprochene Aufbruch in eine neue Bildungslandschaft erscheint derzeit auch noch orientierungslos. Ausdrücklich anerkennen muss ich allerdings die kürzlich getroffene Vereinbarung zwischen Land und Kommunen, uns Gemeinden deutlich besser als bisher bei der Kindergarten- und Kleinkindbetreuung finanziell zu unterstützen. Wäre diese Einigung nicht zustande gekommen, wäre in wenigen Jahren die Betreuung unserer Jüngsten schlicht nicht mehr bezahlbar gewesen und wohl noch mehr zulasten anderer Bevölkerungsschichten gegangen. Nachdem nun auch der Streit um Stuttgart 21 abzuflauen scheint, könnte unsere Landesregierung nun nach fast einem dreiviertel Jahr endlich mit dem Regieren anfangen. Ich hoffe, sie tun´s – unserem Land zuliebe!

    Der in diesem Jahr erst Mitte Juni stattfindende Pfingstmarkt war – auch aufgrund des guten Wetters – ein großer Erfolg, der für freudige Mienen sowie volle Gassen und Kassen sorgte. Schee war´s! Im Juli dann ließ uns der Liederkranz einen Sommernachtstraum träumen – deren Jubiläum grüßte auch hier!
    August und September sind bei uns traditionell die ruhigen Ferienmonate, leider war das Sommerwetter für Groß und Klein nicht immer so, wie man sich das im Sommer wünscht. Als Abschluss der Ferien lockte dann wieder einmal der Mittelaltermarkt Tausende nach Friolzheim – es war wie immer ein tolles Spektakel, das immer wieder Massen anzieht.

    Im Oktober dann – es ist noch gar nicht so lange her – prägten unsere Gemeinde zwei Ereignisse, weiter oben habe ich sie Sternstunden genannt. Deren Fertigstellung bzw. Ende haben wir alle sehnlichst herbeigesehnt: Anfang Oktober konnten wir unsere Zehntscheune mit einem tollen Rahmenprogramm ihrer Bestimmung übergeben. Die Resonanz war überwältigend – geschätzt mindestens alle Einwohnerinnen und Einwohner aus unserem Ort waren zum Tag der offenen Tür da und nicht wenige aus den Nachbarorten waren gekommen, staunten und fragten etwas verschämt: „Darf man als Wimsemer auch die Zehntscheune mieten?“

    Mitte Oktober dann großer Bahnhof auf der Autobahn: Sogar der Verkehrsminister persönlich kam aus Stuttgart, um den Bauabschnitt zwischen Heimsheim und Wurmberg freizugeben und damit eine allzu lange Leidenszeit für uns alle zu beenden. Seit dem ist – abgesehen von kleineren Problemen – wieder relative Ruhe eingekehrt in Friolzheim. Im Rathaus liegt aber noch eine umfangreiche Liste an „Hausaufgaben“, die das Regierungspräsidium noch abzuarbeiten hat. Zum Schmunzeln war noch eine Begebenheit, die sich nach der Autobahn-Freigabe ereignet hat: Minister Hermann, wohl ermattet und hungrig nach der vollbrachten Tag, betrat unsere Festhalle und unterhielt sich sogleich mit den im Eingangsbereich sitzenden Bauhofmitarbeitern, die natürlich auch an diesem besonderen Tag teilnahmen. Als der Minister dann in Richtung seines Tisches weiterzog, meinte einer darau: „Wer war denn das?“ Bürgernah – ja, aber am Bekanntheitsgrad haperte es noch…

    Ungefähr zur gleichen Zeit traf der Gemeinderat die weit reichende Entscheidung, Teile der neuen Lärmschutzwälle für eine Photovoltaik-Anlage nutzen zu wollen. Natürlich nur unter Einbeziehung der Bürgerschaft, die dem Projekt (noch?) skeptisch gegenübersteht. Doch wollen wir das Projekt mit und nicht gegen die Bürgerschaft auf den Weg bringen – die neue Bürgerbeteiligung lässt grüßen und das ist mir auch persönlich sehr wichtig! Und was meinen Sie, wenn unsere Bürgerinnen und Bürger nahe der Wälle in naher Zukunft nicht nur von der neu gewonnenen Ruhe schwärmen können, sondern ihrem Besuch noch stolz erzählen können, dass der Strom fürs Kaffeewasser 30 Meter weiter auf dem Lärmschutzwall produziert wird. Das wär´doch was, oder?

    Ende Oktober konnte Friolzheim ein weiteres Vereinsjubiläum feiern: der VdK Ortsverband wurde 60 Jahre alt, was auch ausgiebig gefeiert wurde.

    Nochmals Bürgerbeteiligung: Ende November bekamen wir alle Gelegenheit dazu, diese auszuprobieren: Die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 war ein großer Erfolg, auch in Friolzheim! Dies lag weniger am deutlichen Ergebnis von 64% für das Projekt, das mich als Befürworter sehr gefreut hat. Die sehr hohe Wahlbeteiligung bei einer Abstimmung über ein Bauvorhaben, das Friolzheim allenfalls am Rande beeinflusst, hat gezeigt, dass alle Bürgerinnen und Bürger und damit auch Sie ein Mehr an Mitbestimmung wollen.

    Der Weihnachtsbasar vor genau zwei Wochen läutete dann mit Lichterglanz und Bähnleschnaufen neben der Weihnachtszeit auch die letzten Wochen des alten Jahres ein. Schnee gab es zwar in diesem Jahr nicht, dennoch war die Stimmung erneut toll, die Anzahl der Buden erneut höher als im Vorjahr und sogar von der überregionalen Presse wird unser schnuckeliger Markt als „Geheimtipp“ wahrgenommen!

    Kurz darauf ging nach drei Jahren ein Projekt zu Ende, das wie kaum ein anderes dazu geeignet ist,  manches Gemüt im Ort in Wallung zu versetzen. Mit dem Abschlussbericht endeten drei Jahre Arbeit am „Runden Tisch der Alkoholprävention“. Doch wer gedacht hatte, die anwesenden Teilnehmer  hätten abgeschlossen mit dem Thema, der irrte sich: Noch sind viel Tatendrang und Leben in diesem Projekt. Zwar soll die Präventionsarbeit nicht mehr in den regelmäßigen Zyklen des „Runden Tischs“ ablaufen. Doch soll das Erreichte und davon gibt es Einiges, nicht einfach wieder vergessen werden. Im kommenden Jahr ist ein „Gesundheits- und Präventionstag“ geplant – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür aber mit guten Ideen für mehr Gesundheit, natürlich mit (maßvollem) Alkoholgenuss!

    Vor wenigen Tagen dann der Höhepunkt aus Sicht unsrer Seniorinnen und Senioren: Am Dritten Advent war unsere Festhalle wieder sehr voll – die 51. Seniorenweihnacht stand an! Liederkranz und Posaunenchor sorgten für Weihnachtsstimmung, Pfarrer Bentele hielt eine schöne Andacht, beim gemeinsamen Singen der Weihnachtslieder kam Gänsehautfeeling rüber und das Rote Kreuz war als „Helfer vor Ort“ bienenfleißig bei der Bewirtung unserer älteren Semester. Am Ende der Veranstaltung  gab es dann auch wieder die derzeit in der Diskussion stehende Geschenktasche. Vor dem Hintergrund des Arbeitsaufwands für die Bestückung der Taschen sowie zurückgehender Spenden kam im Gemeinderat die Sinnfrage auf. Ich jedenfalls gebe die Taschen sehr gerne aus, das gehört einfach dazu. Letztendlich habe ich unsere Seniorinnen und Senioren gebeten, mir mitzuteilen, ob die Beibehaltung dieser schönen Tradition auch in den nächsten Jahren gewünscht ist – Bürgerbeteiligung, die Dritte!

    Das Jahr 2011 ist demnächst Geschichte. In der Rückblende, die keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, war es unterm Strich ein gutes Jahr.

    Nun denn, auf nach 2012!

    Dieser Artikel wurde am 13. Dezember 2011 um 18:39 Uhr verfasst und gelistet unter Allgemeines. Sie können alle Kommentare über den RSS Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Website setzen.
  • 1 Kommentar

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    1. Jan 6th

      Inspirierender Artikel.Habe ein paar gute Gedankenanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf weitere Posts.

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