• Nur noch wenige Tage, dann ist auch das Jahr 2011 Geschichte. In Teil 1 meines Rückblicks habe ich es aus dem Blickwinkel unserer Gemeinde beleuchtet, Teil 2 soll der Arbeit im Heckengäu sowie im Kreistag vorbehalten sein…

    Im Heckengäu ging es auch in diesem Jahr wiederum um das Thema Verkehrsinfrastruktur. Nach wie vor warten beispielsweise Heimsheim und Friolzheim auf die dringend notwendige Sanierung ihrer Ortsdurchfahrten: Auch wenn bis zum heutigen Tag noch keine Finanzierungszusagen aus dem Stuttgarter Verkehrsministerium eingetroffen sind, so wurden die Arbeiten vom Regierungspräsidium Karlsruhe für den Zeitraum zwischen Juni und August (Friolzheim) immerhin schon terminiert. Die L 573 in Richtung Tiefenbronn – aus SPD-Sicht einstmals schlechteste Straße im Ländle – wurde im Hauruckverfahren im Sommer gerichtet. Leider viel zu schmal und ich fürchte, auch nicht dauerhaft. Hoffentlich läuft das mit der L 1175 zwischen Heimsheim und Friolzheim besser, dort ist mit dem Bau der Heimsheimer Nordtangente der Anfang gemacht, dem sich hoffentlich bald die grundlegende Sanierung der zweitschlechtesten Straße im Ländle anschließt.

    Für Wurmberg wurde die dort sehnlichst gewünschte und auch notwendige Umfahrung planerisch im Kreistag auf den Weg gebracht. Liebe Grün-Wählerinnen und Wähler aus Wurmberg, Ihre Kreisvertreter schätzen auch hier wieder einmal wenige hundert Meter überplante Wiesen höherwertig ein als die lärm- und abgasgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner und stimmten im Kreistag – na, wie wohl – dagegen!

    Nach wie vor wichtig für das Heckengäu ist der reibungslose Tarifübergang von VPE zu VVS in die Region Stuttgart. Geschätzter VPE, die Herren (es sind wirklich nur Herren) vom VVS sind zwar immer noch eigen, aber nach jahrelanger Diskussion inzwischen durchaus gesprächsbereit. Die Einführung des Metropoltickets in diesen Tagen hat dies gezeigt. Jetzt muss für unsere vielen Pendlerinnen und Pendler noch eine Lösung im Bereich Einzelticket, vor allem aber bei den Zeitkarten her! Unmöglich ist das Vorgehen beim erst im letzten Jahr in Friolzheim eingeführten Kurzstreckentarif. Erst wurde viel Werbung gemacht, jetzt will man das Ticket stufenweise teurer und damit unattraktiv machen, um es dann 2013 ganz abzuschaffen. Wir brauchen keinen „Gleichmacher-Tarif“ für alle Gemeinden, wir möchten auch weiterhin einen attraktiven Innerortstarif anbieten, der zum Umstieg auf den Bus verleitet oder es der Oma aus der Wimsheimer Straße erlaubt, für wenig Geld in den Ort oder auch zum Netto zu fahren, um dort einkaufen zu können!

    Zuletzt der Flächennutzungsplan für das Heckengäu: Ein schwieriges Terrain, aufgrund zunehmender Einflussnahme der rot-grünen Lndesregierung mit vielen Fallstricken und meiner Meinung nach zwischenzeitlich überzogenen Vorgaben belastet. Wir Gemeinden im Heckengäu sind sicherlich kompromissbereit, uns geht es auch um Konsens anstelle Konfrontation. Doch muss die Kirche im Dorf bleiben! Wir wollen nicht als Lehrbeispiel für den „grünen Flächennutzungsplan 21“ herhalten. Zudem ist unsere Raumschaft eng mit der Infrastruktureinrichtung Nummer 1, der Autobahn verwoben. Hier sind die Entwicklungspotentiale einfach größer und attraktiver als anderswo. Das zeigt sich beispielsweise auch an der Ansiedelung der zukunftsträchtigen Solarfirma Krannich in unserem Interkom!

    War noch was? Aber klar! Nach Jahren der Konsolidierung drehen unsere Enzkreis-Kliniken wieder überdeutlich ins Minus. Eine Kröte, die wir im 2012er-Kreishaushalt schlucken müssen. Auf Dauer sind Verlustausgleiche in dieser Höhe aber nicht tragbar. Hier müssen wir gemeinsam eine Lösung suchen. Denkverbote darf es dabei nicht geben! Zu guter Letzt noch der Kreishaushalt: Gestern beschlossen mit rund 53 Millionen Euro bekommt der Landkreis ein sattes Plus in die Kasse! CDU und SPD sahen das ein wenig anders und wollten die Säckel unserer Gemeindekämmerer schonen. Doch eine seltsame Allianz aus Freien Wählern, FDP und Grünen gönnten unserem Landrat dann doch mehr. Wäre es nach den Kreisgrünen gegangen, wäre die Umlageerhöhung noch drastischer ausgefallen: Haushalt 2012 ohne Darlehensaufnahme! Ein hehres Ziel! Wieso die selben Kreisräte dann für den darlehensfinanzierten Verlustausgleich der Kliniken gestimmt haben, wird wohl ein Rätsel bleiben. Ein letzter Satz zur Kreisumlage: Die Rücklagen der Kreisgemeinden sind Notgroschen und Investitionsrücklage zugleich für unsere Kommunen und nicht Verfügungsmasse für „Klinik-Notopfer“ oder „Solidaritätsbeweise“ an die Kreiskasse. Ich finde es unpassend, wenn derart bedenkenlos über die Ersparnisse unserer Gemeinden gedacht wird…

    Wie auch in Teil 1 meines Rückblicks habe ich sicherlich wieder viel Erwähnenswertes ausgelassen, es sei mir verziehen. Auf ein Neues in 2012…

     

    Dieser Artikel wurde am 13. Dezember 2011 um 19:50 Uhr verfasst und gelistet unter Allgemeines. Sie können alle Kommentare über den RSS Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Website setzen.
  • 1 Kommentar

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    1. Jan 6th

      Super Artikel! Ich werde da nochmal versuchen mehr zu erfahren!

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