• Die Überschrift lässt nachfolgend viel Eigenlob befürchten, dies ist mir bewusst! Dennoch ist dieser Artikel vielmehr der Versuch, die ersten sieben Monate des Jahres 2012 einem Parforce-Ritt gleich zu beleuchten, um damit meinen Blog dabei gleich wieder auf einen aktuellen Stand der Entwicklung zu bringen. Aus Zeitgründen war ich leider ein wenig nachlässig in dessen Pflege und muss Abbitte leisten. Was die Objektivität des nachfolgenden Überblicks angeht, so bilde sich ein jeder selbst ein Urteil und teile mir das gegebenenfalls mit.

    Die ersten beiden Monate des Jahres 2012 waren in erster Linie von haushaltstechnischen Themen beherrscht: Während wir im Januar im Gemeinderat über den deutlich „roten“ Forsthaushalt gesprochen haben, der immer noch unter den Jahrhundertstürmen „Wiebke“ und „Lothar“ leidet und den wir mittelfristig aud eine „schwarze Null“ bringen wollen, waren die Haushaltszahlen der Gemeinde im Februar deutlich schwarz und nach den mageren Vorjahren endlich wieder einmal freundlicher. Das ist auch gut so, stehen der Gemeinde mit den sehr teuren Bemühungen im Bildungs- und Betreuungsbereich (vor allem Kinderkrippe und Hortbetreuung), der Marktplatzumgestaltung und der Anschaffung gleich mehrerer Feuerwehrfahrzeuge kostenintensive Jahre bevor. Dabei wollen wir weiterhin nichts zur europaweiten Schuldenkrise beitragen und ohne fremdes Geld auskommen. So darf und soll es noch ein wenig weitergehen!

    Im zeitigen Frühjahr konnte allmählich auch wieder an Projekte „outdoor“ gedacht werden: Der Wanderweg zwischen Seehauskreisel und Waldparkplatz im Hagenschieß wurde beschlossen und kurz darauf umgesetzt. Ohne große Umwege und vor allem unabhängig und gefahrlos vom Autoverkehr geht es nun zu Fuß oder mit dem Rad durchgängig auf den neuen Wegen vorwärts!

    Einen zweiten Anlauf brauchten die Planungen für den Glasfaser-Breitbandausbau der Gemeinde im Rat: Die erste, umfassende und sehr komfortable Planung für eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Gemeinde war den Damen und Herren im Gemeinderat mit rund 5 Millionen Euro schlichtweg zu teuer! Danach wurden die Pläne etwas abgespeckt und zeitlich gestreckt und schließlich vom Gremium beschlossen. Ab Ende 2013 sollen nun flächendeckend im ganzen Ort Datenraten zwischen 50 und 100 Mbit je Sekunde möglich sein. Das ist doch was fürs Erste, oder?

    Was gab es noch? Zusammen mit unseren Vereinen haben wir den angekündigten Bürgerbeteiligungsprozess angestoßen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltungen wurden Positionen und Wünsche für die künftige Gestaltung unseres Schul- und Sportareals ausgetauscht. Wichtig dabei ist auch die Einbeziehung des demografischen Wandels, der in immer stärkeren Maß auch unsere Gemeinde beeinflusst. Es steht zu hoffen, das der hauptsächliche Prozess über die gesamte Gemeinde unter Einbeziehung aller interessierter Bürgerinnen und Bürger spätestens Anfang 2013 in Gang kommt.

    Ende April fand dann die Gemeinderatsklausur „Bildung und Betreuung“ statt, in der wichtige Weichen gestellt wurden, um Friolzheim weiterhin kinderfreundlich zu gestalten und unseren Eltern vielfältige und umfangreiche Betreuungsangebote anbieten zu können. Neben zwei weiteren Krippengruppen wird die Ganztagesbetreuung im Kindergarten ausgebaut. Eine wichtige Baustelle bleibt jedoch noch offen: Kernzeit- und Hortbetreuung an unserer Grundschule platzen langsam aus allen Nähten. Vielen Kindern stehen hier aber nur wenig Raum und Geld gegenüber. Für das kommende Schuljahr wurde der dringendste Bedarf zwar gedeckt, doch das Problem besteht weiter und muss bald angegangen und wird hoffentlich gut gelöst werden!

    „Der Mai macht alles neu“, so der Volksmund. Tatsächlich trifft das in Friolzheim auf unsere Begrüßungstafeln an den Ortseingängen zu: Diese werden nach einem Beschluss des Gemeinderats in Kürze durch modernere Versionen ersetzt, die zudem mehr Möglichkeiten für unsere Vereine bieten werden, werblich auf sich aufmerksam zu machen.

    Jedes Jahr aufs Neue freuen sich unsere Friolzheimer Bürgerinnen und Bürger sowie die halbe Region auf den Pfingstmarkt. Dieses Jahr hat aber auch wirklich alles gepasst: Leute, Stände, Laune, Wetter – alles war gut! Ein toller und erfolgreicher Pfingstmarkt!

    Im Gemeinderat sind wir indes mit einem Teilaspekt der Marktplatzgestaltung weitergekommen: Auf dem so genannten „Gerstner-Areal“ wird ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, das auch eine Arztpraxis beinhalten soll. Ein entsprechender Mieter ist derzeit trotz vielerlei Bemühungen meinerseits leider noch nicht in Sicht. Mit Krankenkassen, Behörden und der Kassenärztlichen Vereinigung befinde ich mich aber in guten Gesprächen und wer weiß…

    Kurz vor den Pfingstferien kamen noch zwei Themen auf, die nicht so angenehm waren beziehungsweise schlicht ärgerlich: Im Bereich unseres Kindergartens wurde es leider nötig, unsere Elternbeiträge anzupassen, um den immer stärker und schneller steigenden Kosten zu begegnen. Trotz höherer Landeszuschüsse laufen diese immer mehr aus dem Ruder. „Gutes Geld für gute Betreuung“ war das Schlagwort, auch wenn dahinter eben eine Beitragserhöhung steht. Von Seiten des Regierungspräsidiums wurden unsere Pläne, vor Sanierung der Ortsdurchfahrt im neuartigen „Microtrenching“-Verfahren Leerrohre für unsere Glasfaserkabel zu legen, trotz entsprechender rechtlicher Grundlagen durchkreuzt. Der Gemeinde entstehen dadurch Mehrkosten von rund 100 Prozent, fast 170.000 Tausend Euro müssen wir nun in die Hand nehmen, um die Rohre in den Gehwegen zu verlegen. Gleichzeitig klopft sich der zuständige Minister Bonde selbst auf die Schulter und spricht sich eben für dieses neuartige Verfahren aus! So läuft das, wenn „Unter“ nicht weiß, was „Ober“ will…Schilda lässt grüßen!

    Die gesplittete Abwassergebühr hat nun auch in Friolzheim Einzu gehalten. Unser Gemeinderat hat dieses Werk, das als Klage eines Eigenheimbesitzers gestartet ist und durch unsere Rechtsprechung zu einem bürokratischen und kostenintensiven Ungetüm geworden ist, auf den Weg gebracht. Teurer ist es dabei für unsere Bevölkerung erst einmal nicht geworden, im Gegenteil: Gemeinderat und Verwaltung verzichten auf die mögliche Nachberechnung der vergangenen Jahre und ersparen unseren Bürgerinnen und Bürgern damit nachträgliche Gebühren von rund einer halben Million Euro!

    Kritik im Rat gab es in der Juni-Sitzung aufgrund der unbefriedigenden Ergebnisse der Sanierung des Rauhbrunnes, der als Wasserquelle für unsere Kläranlage dient. Nach wie vor kommt dauerhaft nicht genügend Wasser, um alle Anforderungen abzudecken. Eine von der Steinäckerstraße aus gelegte Notleitung hat schließlich auch die Wasserversorgung eines landwirtschaftlichen Betriebs beeinträchtigt. Es scheint wohl auf eine dauerhafte Lösung in Form einer Wasserleitung von dort aus hinauszulaufen. Dass diese deutlich teurer wird als der Versuch den Brunnen zu sanieren, muss nicht extra erwähnt werden? Einen Versuch war es wert…

    Auf den Weg gebracht hat der Rat kurz vor der Sommerpause noch die Einrichtung von „Tempobremsen“ in der Pforzheimer Straße – hier soll die Fahrbahn partiell verschmalt werden und ein Fahrbahnteiler errichtet werden – sowie die moderate Umgestaltung der Schauinslandstraße, damit diese auch weiterhin eine Spielstraße bleiben kann. Das Verkehrsamt des Enzkreises wollte sie in eine „Tempo-30-Zone“ umwandeln, was wiederum weder Anwohner noch Verwaltung noch Gemeinderat wollten.

    Habe ich noch etwas vergessen? Sicherlich! Doch die Höhepunkte aus rund sieben Monaten Kommunalpolitik sind überwiegend dargestellt. Auch in der zweiten Jahreshälfte wird es in Friolzheim nicht langweilig werden, das stellen Themen wie Hortbetreuung, Sanierung der Ortsdurchfahrt, Arztversorgung oder das derzeit auf Eis liegende Solarprojekt auf den Autobahn-Lärmschutzwällen sicher! Doch jetzt freuen wir uns erst einmal auf die Sommerferien und hoffentlich viel schönes Wetter.

    Auf bald!

    Dieser Artikel wurde am 25. Juli 2012 um 18:00 Uhr verfasst und gelistet unter Allgemeines. Sie können alle Kommentare über den RSS Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Website setzen.
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