Zu manchen Gegebenheiten wird immer wieder einmal kolportiert, der Mensch stamme nicht vom Affen, sondern eher vom Schwein ab. Als aktiver Teilnehmer der vierten von Mitbürger und Agenda-Aktivem Edmund Schaut organisierten Friolzheimer Flurputzete ist man schon nach wenigen Metern entlang unserer Straßen spontan versucht, dies zu bestätigen. Nach drei Stunden intensiver Bemühungen, die “schlimmsten” Ecken unseres Dorfs zu reinigen war – leider wieder einmal – die Pritsche unseres Bauhof-Ducato randvoll mit den achtlos in die Landschaft geworfenen Hinterlassenschaften unserer Gesellschaft. Höhepunkt war dabei dieses Jahr die komplette Edelstahlspüle aus einer Küchensanierung mit “kreativer” Entsorgung des Altmaterials. Besorgnis erregend waren auch die vielen Flachmänner und Bierflaschen entlang der Strecke in den “Dieb”. Zum Leidwesen aller vernünftigen Kraftfahrer wird hier der Begriff “Standgas” zur traurigen Ironie! Absoluter Spitzenreiter in der Müllstatistik waren aber wie in jedem Jahr die großen und kleinen Tüten, Becher und Papierchen mit dem großen geschwungenen und in gelb gehaltenen “M” einer großen Fastfoodkette, die unser Heckengäu in mehrfacher Hinsicht optisch verunstaltet.
Drei Stunden also, in dem rund 20 Helferinnen und Helfer sich nach Kräften mühten, unsere Gemeinde sauberer zu machen. Dass es dieses Jahr wieder ausreichend Freiwillige gab, war auch Jugendpfleger Roland Marquart und seinen Jugendhäuslern zu verdanken – vielen Dank, Jungs! Ansonsten war die Resonanz trotz dreier Aufrufe im Amtsblatt und regelmäßiger Beschwerden doch eher mau. Jeder von uns ist verantwortlich für unsere Umwelt, doch ist wirklich so wenigen an einer sauberen gelegen? Über den Dreck meckern ist ja auch weniger anstrengend als Bücken für mehr Sauberkeit, nicht wahr? Es könnte und müsste mehr gehen in Friolzheim! Die Renninger machen es uns Jahr für Jahr vor, wenn praktisch die ganze Einwohnerschaft Flagge zeigt und ihr Städtle putzt!
Abschließend muss ich noch eine Lanze für die zu Beginn zitierten Schweine brechen: Laut Wikipedia werden Schweine in der Umgangssprache regelmäßig als dumm und dreckig bezeichnet. Verschiedene Untersuchungen legen jedoch weder das eine noch das andere nahe. Sauber also und in ihrem Rahmen intelligent sind sie – Attribute, die leider nicht auf jeden Kraftfahrzeuglenker zutreffen. Doch zum Glück ist Mensch meist lernfähig – in Zukunft sauber bleiben, Jungs und Mädels!


[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Michael Seiss erwähnt. Michael Seiss sagte: Flurputzete 2010 in Friolzheim bringt viel Dreck ans Tageslicht. Dank an alle Helferinnen und Helfer! –> http://is.gd/bnZb3 [...]