• Wenn am 30. November der Gemeindeverwaltungsverband Heckengäu (Verbund der Gemeinden Friolzheim, Heimsheim, Wimsheim, Wurmberg, Wiernsheim und Mönsheim) zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, wird der zentrale Tagesordnungspunkt die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes 2025 sein. In ihm wird in Form eines Leitplanes die weitere Entwicklung der sechs Gemeinden für die nächsten Jahre fortgeschrieben. Daraus wiederum lassen sich künftige Bebauungspläne für unsere Gemeine ablesen. Es wird festgelegt, wo und in welchem Umfang Wohn- und Gewerbegebiete entwickelt werden.

    In der jüngsten Sitzung des Regionalverbandes wurde Friolzheim von Verbandsdirektor Dirk Büscher ein moderate, maßvolle Ausweisung von Flächen in unserer Gemeinde attestiert. Mit diesen Festsetzungen trägt Friolzheim, vertreten durch Gemeinderat und Verwaltung einerseits dem nach wie vor anhaltenden Zuzugs- und Ansiedelungsdruck von Bevölkerung und Gewerbe Rechnung und nimmt gleichzeitig weitgehend Rücksicht auf die berechtigten Belange unserer Landwirte und nimmt den Schutz von Natur und Landschaft ernst. Unsere Hausaufgaben haben wir also gut gemacht. Das wird jedoch nicht für alle Heckengäugemeinden so gesehen: Die vorgelegten Planungen werden sehr unterschiedlich gesehen, teilweise wird in den Gemeinden Mehrbedarf gesehen, teilweise sollen massiv Flächen zurückgefahren werden.

    Grund hierfür sind neue „Empfehlungen“ des Regierungspräsidiums, in denen genau berechnet und festgelegt wird, wieviel Woh- und Gewerbeflächenbedarf die einzelnen Gemeinden haben dürfen. Es zeichnet sich ab, dass diese Vorgaben, die letztlich vom Land kommen und als Verpflichtung zum Flächensparen zu verstehen sind, im Heckengäu erstmals exemplarisch angewendet werden.

    Das Heckengäu als Exempel? Darin kann neben dem repressiven Charakter dieser Festsetzungen auch eine Chance liegen, sich erneut als Beispiel gebende Verwaltungseinheit zu präsentieren. Nur darf dies nicht dazu führen, dass die seit Jahren anhaltende, dynamische Entwicklung unseres Verwaltungsraumes abgewürgt wird oder die Heckengäugemeinden untereinander um Flächen feilschen müssen wie auf einem Basar, wie mein Wurmberger Kollege Teply so richtig anmerkte. Bereits vor Jahren lag das Heckengäu mit dem Regionalverband wegen der damals prognostizierten Bevölkerungszahlen im Clinch. Man hatte unter dem damaligen Verbandsdirektor Kück Bevölkerungszahlen prognostiziert, die bereits überholt, weil übertroffen waren. Auch weiterhin müssen unsere Kommunen ihre grundgesetzlich festgeschriebene Selbstverwaltung und den darin enthaltenen Gestaltungsspielraum von Gemeinderat und Verwaltung ausüben können. Das Gängelband von Bund und Land ist sowieso bereits groß genug! Groß ist die Verlockung, unseren Gemeinden auch hier massiv reinreden zu wollen, „man“ weiß es ja eh besser, was gut für uns ist und was nicht! Die von einem prominenten Mitglied der Kreisverwaltung gemachte Aussage zur weiteren Entwicklung unserer Lärmschutzwälle im Westen Friolzheims („Bei Euch liegt schon genug Dreck herum!“) ist dafür ein warnendes Beispiel! Dass nun noch über die Presse bereits vor Verfahrensbeginn der mahnende Finger des Regionalverbands gegen uns erhoben wird, passt da ebenfalls wunderbar ins Bild!

    Dieser Artikel wurde am 19. November 2010 um 09:24 Uhr verfasst und gelistet unter Allgemeines. Sie können alle Kommentare über den RSS Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Website setzen.
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    1. […] und damit unser Gemeinderat hat sich beim aktuellen Planwerk zurückgehalten (vgl. Artikel “Friolzheim: FNP mit Augenmaß“), ist mit dem interkommunalen Gewerbegebiet mit Mönsheim zusammen neue Wege gegangen und […]

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